Dachsanierung NRWDachsanierung NRW

Dachsanierung Kostentransparent kalkuliertfür NRW 2026

Preise pro Quadratmeter für Neueindeckung, Dämmung und Komplettsanierung. Einzelpositionen als Bausteine, Beispielrechnungen mit Quellen und ein klarer Blick auf Nachtragsrisiken.

Drei Paketgrößen

Was kostet eine Dachsanierung pro Quadratmeter

Die Spanne hängt vom Sanierungsumfang ab. Drei marktübliche Paketgrößen geben die Orientierung. Das rechte Paket beinhaltet Dachstuhl-Arbeiten, das linke bleibt bei der Dachhaut.

Neueindeckung

Dachhaut ohne Dämmung

100-160 €/m²

Enthaltene Leistungen

  • + Rückbau und Entsorgung Altdeckung
  • + Unterspannbahn und neue Lattung
  • + Neue Ziegel oder Dachsteine
  • + Firste, Grate, Anschlussdetails
  • + Rinnen und Fallrohre
  • + Gerüststellung

Bei 150 m² EFH-Dach: 15.000 bis 24.000 Euro brutto. Empfohlen bei intakter Dämmung und intaktem Dachstuhl. Quellen: Verivox 04/2026 und Dr. Klein.

Energetische Sanierung

Eindeckung + Dämmung

140-315 €/m²

Enthaltene Leistungen

  • + Vollständige Neueindeckung
  • + Sparrendämmung auf oder zwischen
  • + Dampfbremse und Luftdichtheit
  • + U-Wert nach GEG oder BAFA-Standard
  • + Förderdokumentation BAFA oder KfW
  • + Einbindung Energieeffizienz-Experte

Bei 150 m² EFH-Dach: 21.000 bis 47.250 Euro brutto. Empfohlen mit BAFA- oder KfW-Förderung im Blick. Quellen: Verivox 04/2026 und Dr. Klein.

Komplettsanierung

Inklusive Dachstuhl

190-560 €/m²

Enthaltene Leistungen

  • + Vollständige energetische Sanierung
  • + Dachstuhl-Verstärkung oder Erneuerung
  • + Dachfenster und Gauben nach Bedarf
  • + Blitzschutz und Entwässerung komplett
  • + PV-Vorbereitung (Statik, Leerrohre)
  • + Schadenskartierung, Fotodokumentation

Bei 150 m² EFH-Dach: 28.500 bis 84.000 Euro brutto. Empfohlen für Altbauten mit erkennbaren Schadensbildern. Quellen: Verivox 04/2026 und Dr. Klein.

Kostenstruktur

Wo landet das Geld bei einer Dachsanierung

Das Bedachungsmaterial ist nicht der größte Kostentreiber. Laut einer Untersuchung der Hochschule Koblenz entfallen rund 38 Prozent der Gesamtkosten auf die Eindeckung. Der Rest verteilt sich auf Dämmung, Lohn, Unterkonstruktion und Nebenposten.

Eindeckung, Material

38 %

Ziegel, Steine, Schiefer oder Metall am Dach. Größter Einzelblock laut HS-Koblenz-Untersuchung im Schnitt. Tonziegel im mittleren Preissegment, Schiefer und Kupfer am oberen Rand der Spanne. Material-Lieferzeiten beachten und planen.

Dämmung

22 %

Material und Verlegung. Mineralwolle als Marktstandard, Polyurethan für Aufsparrendämmung. Bei BAFA-Förderung steigt der Anteil durch dickere Dämmstärken. Inkl. Dampfbremse und Luftdichtheits-Anschlüsse.

Lohn, Handwerk

18 %

Dachdecker, Zimmerer und Spengler im Team. Stundensatz Dachdeckermeister 45-55 Euro, bei Restauratoren 60-90 Euro. Personalkosten machen einen wachsenden Anteil am Bauwerk aus, NRW-Innungen vermitteln geprüfte Fachbetriebe.

Unterkonstruktion

10 %

Lattung, Unterspannbahn, Schalung. Standard-Material 30-45 Euro pro Quadratmeter. Bei Altbauten oft Vollschalung-Erneuerung notwendig. Konterlattung als Hinterlüftungsebene Pflicht für moderne Aufbauten.

Gerüst, Logistik

7 %

Aufbau, Standzeit und Baustelleneinrichtung am Bau. Rund 500 Euro pro Hausseite und pro Woche Standzeit. Bei einem Walmdach mit 4 Hausseiten über 3 Wochen kommen rund 6.000 Euro zusammen. Fangnetze sind bei Denkmal-Lagen Pflicht.

Rückbau, Entsorgung

5 %

Container, Deponie und Abtransport ab Baustelle. 25-30 Euro pro Quadratmeter Altdeckung-Entsorgung, Container 300-700 Euro pro 10 Kubikmeter Volumen. Bei einem Asbest-Verdacht steigen die Kosten erheblich auf 30-50 Euro pro Quadratmeter.

Preisbausteine

Typische Einzelpositionen im Leistungsverzeichnis

Einzelposten statt Pauschalen. So sehen Sie, was feststeht und was als Eventualposition unter Vorbehalt gerechnet ist. Werte aus aktuellen Marktindikationen.

PositionPreisQuelle
Gerüst500 € pro Hausseite für 2 Wochenhaus.de 03/2026
Rückbau und Entsorgung Altdeckung25 bis 30 €/m²haus.de 03/2026
Container 10 m³ Bauschutt300 bis 700 € pauschalhaus.de 03/2026
Asbest-Rückbau und Entsorgung30 bis 50 €/m²Preisradar 12/2025
Unterspannbahn und Lattung30 bis 45 €/m²haus.de 03/2026
Zwischensparrendämmung60 bis 100 €/m²VR Themenwelten
Aufsparrendämmung90 bis 150 €/m²VR Themenwelten
Untersparrendämmung30 bis 80 €/m²VR Themenwelten
Dacheindeckung Ton oder Beton65 bis 130 €/m²MyHammer 12/2025
Dacheindeckung Schiefer (ab)80 €/m² (Material)haus.de 03/2026
Dachstuhl Verstärkung oder Erneuerung50 bis 120 €/m²VR Themenwelten
Dachfenster inkl. Einbau1.000 bis 1.800 € pro StückVR Themenwelten
Dachgaube neu (stark variabel)7.000 bis 40.000 € pro StückWüstenrot
Dachrinne erneuern30 bis 50 €/lfmMyHammer 12/2025
Entwässerungssystem komplett1.000 bis 2.000 € pauschalwohnglueck
Schornstein-Rückbau800 bis 1.500 € pauschalmeindach.de
Neuer Schornstein200 bis 300 €/mmeindach.de
PV-Anlage (EFH, Komplettpaket)8.000 bis 17.000 €wohnglueck

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Material und Lebensdauer

Eindeckungsmaterial im Preisvergleich

Der Materialpreis ist ein Baustein, die Lebensdauer der zweite. Ein Schieferdach hält doppelt so lange wie Betondachsteine, kostet aber auch ein Vielfaches im Einkauf. In Denkmalbereichen und unter Gestaltungssatzung ist das Material ohnehin vorgegeben.

Betondachsteine

15-30 €/m²

Lebensdauer 30 bis 60 Jahre. Günstig und robust, aber recht schwer. Häufig in Nachkriegsbauten ab den 1960er Jahren. Erhöhte Anforderung an die Sparren-Statik. Marktanteil rückläufig zugunsten der leichteren Tonziegel auf dem Dach.

Tondachziegel

25-50 €/m²

Lebensdauer 60 bis 80 Jahre. Langlebig und regionaltypisch verbreitet in NRW. Biberschwanz und Hohlpfanne als Klassiker am Dach, Engobe oder Glasur als Oberfläche. Produzenten wie Nelskamp, Koramic und Erlus mit eigenen Werken in NRW.

Bitumen (Flachdach)

15-30 €/m²

Lebensdauer 15 bis 25 Jahre. Bewährter Standard bei einem Flachdach. Mehrlagig verlegt, mit Bitumen-Schweißbahn oder Kaltklebebahn. Wartungsintervalle 5-10 Jahre, dann visuelle Inspektion und Nachbesserungen an Anschlüssen.

Faserzementplatten

30-70 €/m²

Lebensdauer 50 Jahre. Schiefer-Optik mit günstigerem Preis. Hersteller Eternit oder Cembrit, Formate von Schindeln bis Großplatten. Bei Alt-Eindeckung vor 1993 immer auf Asbest prüfen, sonst Pflicht zur Spezialentsorgung.

Metall (Zink, Alu)

30-80 €/m²

Lebensdauer 50 bis 90 Jahre. Sehr leicht und wartungsarm in der Pflege. Stehfalztechnik traditionell, geeignet auch bei schwachem Dachstuhl. Patina als natürlicher Alterungsschutz. Beliebt bei Gauben, Anbauten und modernen Architekturlinien.

Schiefer

70-140 €/m²

Lebensdauer 90 bis 100 Jahre. Rheinland-typisch, oft im Denkmalschutz vorgegeben. Naturschiefer aus Mayen-Koblenzer Revier oder spanischen Brüchen. Altdeutsche Deckung am anspruchsvollsten, Hersteller Rathscheck als Marktführer.

Kupfer

über 100 €/m²

Lebensdauer über 100 Jahre. Extrem langlebig, aber sehr teuer im Einkauf. Altert zur grünen Patina, optisch unverwechselbar. Häufig bei repräsentativen Altbauten, Industriedenkmälern und kirchlichen Gebäuden im Einsatz.

Reet

100-150 €/m²

Lebensdauer 25 bis 40 Jahre. Typisch für Nord- und Ostsee, in NRW noch am Niederrhein und im Münsterland. Nur durch Reetdachdeckermeister verlegbar, deutschlandweit nur wenige Hundert Betriebe. Strenge Brandschutz-Auflagen.

Dämmmethoden im Vergleich

Welche Dämmung passt zu welcher Situation

Die Entscheidung hängt davon ab, ob die Eindeckung ohnehin erneuert wird. Für die BAFA-Förderung ist ein U-Wert von maximal 0,14 W/(m²K) nötig.

Zwischensparrendämmung

Eindeckung bleibt erhalten

60-100 €/m²

Aufbau und Voraussetzungen

  • + Klemmfilz zwischen den Sparren
  • + Dampfbremse und Innenverkleidung
  • + Eindeckung muss nicht erneuert werden
  • + Arbeiten von innen möglich
  • + Sparrenhöhe begrenzt Dämmstärke

Geeignet, wenn die Eindeckung bleibt und Arbeiten von innen möglich sind. Wärmebrücken an den Sparren bleiben ein Thema, für BAFA-U-Wert 0,14 oft Untersparren-Ergänzung nötig.

Aufsparrendämmung

Mit Neueindeckung kombiniert

90-150 €/m²

Aufbau und Voraussetzungen

  • + Dämmplatten oberhalb der Sparren
  • + Durchgehende Dämmebene, keine Brücken
  • + Neueindeckung zwingend dabei
  • + Bauzeit 2-4 Wochen mit Gerüst
  • + PIR 18-20 cm erreicht BAFA-Wert

Geeignet, wenn die Eindeckung ohnehin erneuert oder ersetzt wird. Nur mit Neueindeckung sinnvoll, höherer Preis. Beste Dämmleistung, homogener Dämmschirm ohne Wärmebrücken.

Untersparrendämmung

Ergänzung von innen

30-80 €/m²

Aufbau und Voraussetzungen

  • + Zweite Dämmebene unter den Sparren
  • + Ergänzung zur Zwischensparrendämmung
  • + Wärmebrücken werden überdämmt
  • + Wohnraumverlust 6-8 cm
  • + Selten als Einzelmaßnahme GEG-konform

Geeignet als Ergänzung zu bestehender Zwischensparrendämmung. Als Einzelmaßnahme selten GEG-konform umsetzbar. Hauptzweck: U-Wert auf BAFA-Niveau drücken bei zu flachen Sparren.

Wann Sie dämmen müssen

Das Gebäudeenergiegesetz bei der Dachsanierung

Das GEG (ehemals EnEV) regelt, ab wann Dämmung Pflicht ist und welcher U-Wert eingehalten werden muss. Vier Regeln, die jeder Eigentümer vor der Angebotseinholung kennen sollte. Wer die Pflicht verletzt, riskiert Bußgelder bis 50.000 Euro nach Paragraf 27 GEG.

Die 10-Prozent-Regel

GEG-Schwellenwert

Das Gebäudeenergiegesetz greift, sobald mehr als zehn Prozent der Dachfläche geändert werden. Bei jeder echten Sanierung ist dieser Schwellenwert überschritten. Darunter gelten Arbeiten als Bagatelle und sind dämmfrei zulässig nach den geltenden Vorgaben.

Ziel-U-Wert 0,24 W/(m²K)

GEG-Mindeststandard

Der gesetzliche Mindeststandard beträgt aktuell 0,24 W/(m²K). Mit Mineralwolle bedeutet das in der Praxis rund 16 Zentimeter Dämmstärke. Für die BAFA-Förderung sind 0,14 W/(m²K) erforderlich, was 20 bis 24 Zentimeter Dämmstärke entspricht im fertigen Aufbau.

Zwei-Jahres-Frist nach Wechsel

Eigentümer-Pflicht

Selbstnutzer in Ein- und Zweifamilienhäusern, die seit Februar 2002 dort wohnen, sind befreit. Nach einem Verkauf oder einer Erbschaft muss der neue Eigentümer das Dach oder die oberste Geschossdecke binnen zwei Jahren auf den GEG-Standard bringen.

Verfahrensfrei nicht pflichtfrei

Bußgeld bis 50.000 €

Bedachungen sind in NRW grundsätzlich verfahrensfrei, eine Baugenehmigung ist daher nicht nötig. Das bedeutet aber NICHT, dass GEG, Denkmalschutz oder die Gestaltungssatzung nicht greifen. Ein Bußgeld nach Paragraf 27 GEG kann bis zu 50.000 Euro pro Verstoß betragen.

Konkrete Rechnungen

Drei Beispielkalkulationen mit Quellen

Die Spannen werden greifbar, wenn man sie auf konkrete Häuser anwendet. Drei typische Fälle aus NRW, jede Position aus den oben genannten Quellen belegt.

Modellrechnung: Werte zur Veranschaulichung, basierend auf Verivox 04/2026, Dr. Klein, MyHammer 12/2025 und Verbraucherzentrale-Daten. Keine konkreten Auftragswerte, im Einzelfall mit Dachdecker kalkulieren.

Beispiel A: EFH Baujahr 1975

140 m² Satteldach, energetische Sanierung

  • Rückbau und Entsorgung3.500-4.200 €
  • Unterspannbahn und Lattung4.200-6.300 €
  • Zwischensparrendämmung8.400-14.000 €
  • Neueindeckung Tonziegel9.100-18.200 €
  • Dachrinne 25 lfm750-1.250 €
  • Gerüst2.000-4.000 €
Zwischensumme27.950-47.950 € brutto

Rund 200 bis 343 Euro pro Quadratmeter inkl. Gerüst und Rinne, ohne Asbest und Dachstuhl. Modellrechnung auf Basis Verivox-, Dr. Klein- und MyHammer-Daten 12/2025-04/2026.

Beispiel B: EFH Baujahr 1960

220 m² mit Asbest und Dachstuhl-Teilerneuerung

  • Asbest Rückbau und Entsorgung6.600-11.000 €
  • Dachstuhl Teilerneuerung11.000-26.400 €
  • Aufsparrendämmung + Eindeckung Schiefer22.000-60.000 €
  • Gerüst und Nebenposten4.000-8.000 €
  • Dachfenster (3 Stück)3.000-5.400 €
Zwischensumme46.600-110.800 € brutto

Komplettrahmen 190 bis 560 Euro pro Quadratmeter trifft zu, bei Schiefer und Asbest eher oberer Bereich der Spanne. Werte aus Verivox 04/2026 und Preisradar 12/2025.

Beispiel C: Flachdach-Bungalow

90 m² Umkehrdach mit PV-Vorbereitung

  • Abdichtung und Dämmung (Gesamt)21.600-34.200 €
  • PV-Statik und Leerrohre2.000-4.000 €
  • Attika und Anschlussdetails1.500-3.500 €
  • Gerüst und Entsorgung2.000-4.000 €
Zwischensumme27.100-45.700 € brutto

Einheitspreis Fachbetrieb 240 bis 380 Euro pro Quadratmeter (Verbraucherzentrale) zuzüglich PV-Vorbereitung. Modellrechnung für ein typisches Flachdach in NRW.

Kosten nach Gebäudetyp

Welcher Pfad passt zum eigenen Haus

Dachfläche, Aufbau und Förderung unterscheiden sich zwischen Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Reihenhaus und reiner Dämmung-Sanierung. Jede Variante hat eigene Preisspannen und Kombinationsregeln.

Einfamilienhaus

100-200 m² Dachfläche

Dachflächen 100 bis 200 m², Satteldach, Walmdach oder Mansard. Kosten pro m² mit und ohne Dämmung, Förderwege im Detail. Die häufigste Sanierungs-Konstellation in NRW mit klarer BAFA- und KfW-Förderkulisse.

Mehrfamilienhaus

150-400 m² Dachfläche

Dachflächen 150 bis 400 m², WEG-Kostenverteilung, Mieterhöhung nach §559 BGB. Rechenbeispiele für 3 bis 12 Wohneinheiten. Förderbeträge multiplizieren sich pro WE, BAFA bis 60.000 Euro je Wohneinheit förderfähig.

Reihenhaus

80-110 m² Dachfläche

Dachflächen 80 bis 110 m², Grenzwand-Anschlüsse, Nachbar-Koordination. Satteldach und Flachdach mit NRW-typischen Preisen. Bei Reihenhauszeilen oft Sammelangebote sinnvoll, Gerüst-Kosten lassen sich teilen.

Dachsanierung mit Dämmung

Energetisches Paket

Zwischensparren-, Aufsparren- und Untersparrendämmung. Preise pro m², BAFA-Förderung ab U-Wert 0,14, GEG-Pflicht-Maßnahmen. Geeignet, wenn Dämmstandard das Hauptziel ist und die Eindeckung im selben Zug erneuert wird.

Realitätscheck

Vier klassische Nachtragsrisiken

Ein Festpreis hält nur, wenn alle Unbekannten vorher sichtbar sind. Bei Altbauten ist das selten der Fall. Diese vier Punkte tauchen in Nachtragsangeboten am häufigsten auf.

Asbestverdacht

+30-50 €/m²

Faserzementplatten aus den 1960er bis 1980er Jahren enthalten oft Asbest. Ein Sichtbefund vor Baubeginn ist Pflicht. Wird Asbest erst während der Arbeiten gefunden, ändern sich Arbeitsschutz und Entsorgungswege sofort. Mehrkosten 30 bis 50 Euro pro Quadratmeter.

Dachstuhl-Schäden

+50-120 €/m²

Feuchtigkeit, Fäulnis oder Holzwurm sind oft erst nach Öffnung der Eindeckung sichtbar. Pauschalangebote ohne Dachstuhlprüfung sind bei Altbauten unseriös. Mehrkosten 50 bis 120 Euro pro Quadratmeter bei Teilerneuerung des Sparrenwerks inklusive Holzschutz.

Schadhafte Anschlussdetails

Einzelfall-Kalkulation

Traufe, First, Kehlen, Schornstein- und Wandanschlüsse sind die klassischen Feuchtestellen am Bau. Wer hier nur pauschal kalkuliert, trifft oft nicht die Realität. Wir legen jedes einzelne Anschlussdetail als Einzelposten aus und rechnen Materialwahl und Handwerkzeit getrennt ab.

Versteckte Schalung

+15-35 €/m²

Bei älteren Dächern liegt unter der Lattung oft eine alte Vollschalung, die nach Öffnung unbrauchbar ist. Austausch oder Ertüchtigung kostet 15 bis 35 Euro pro Quadratmeter. Ohne Dachöffnung nicht sicher prognostizierbar, deshalb als Eventualposten anzusetzen.

Kosten senken

Vier Stellschrauben für ein realistisches Budget

Nicht jeder Spartipp taugt für jede Sanierung. Diese vier Hebel bringen messbar etwas, ohne die Qualität zu gefährden.

Wintertermin wählen

Wettbewerbsfähigere Preise

Zwischen Januar und Februar sind Dachdeckerbetriebe weniger ausgelastet. Bei Trockenphasen über 5 Grad lässt sich gut arbeiten, und Angebote fallen erfahrungsgemäß etwas wettbewerbsfähiger aus. Eigentümer sparen typisch 5 bis 10 Prozent.

Förderantrag vorab

Bis 20 % Zuschuss sichern

Die BAFA verlangt eine aufschiebende Förderbedingung im Werkvertrag. Wer den Handwerker beauftragt, bevor der Antrag formell gestellt ist, verliert den Zuschuss vollständig. Das sind bis zu 20 Prozent der Bausumme oder mehrere tausend Euro je nach Bauumfang.

PV direkt mitplanen

3.000-5.000 € sparen

Die Solarpflicht NRW greift bei einer vollständigen Erneuerung der Dachhaut. Statik, Leerrohre und Montagesystem bei der Sanierung gleich mitzuplanen spart spätere Nacharbeit von 3.000 bis 5.000 Euro pro Anlage. Bei Aufsparrendämmung besonders wirtschaftlich umsetzbar.

Einzelpositionen fordern

Schutz vor Nachträgen

Pauschalangebote verdecken Nachtragsrisiken. Ein Leistungsverzeichnis mit getrennten Positionen für Gerüst, Rückbau, Dämmung, Eindeckung und Nebenarbeiten schützt vor Überraschungen bei der Schlussrechnung. Vergleichbarkeit zwischen Angeboten steigt.

Wirtschaftlichkeit

Lohnt sich die Dachsanierung wirtschaftlich

Die Dachsanierung ist keine Konsumausgabe, sondern eine langfristige Investition in Substanz und Energieeffizienz. Drei Kennzahlen, die zeigen, wann sich die Ausgabe rechnet.

Nutzungsdauer des Dachs

40-60 Jahre

Eine fachgerecht ausgeführte Dachsanierung hält bei Tondachziegeln 60 bis 80 Jahre, bei Betondachsteinen 30 bis 60 Jahre, bei Schiefer 90 bis 100 Jahre. Die Investition verteilt sich rechnerisch auf zwei Generationen. Quelle: wohnglueck.de und haus.de.

Energieeinsparung nach Sanierung

bis 30 %

Die KfW nennt bis zu 30 Prozent Einsparung des Gebäudeenergieverbrauchs nach energetischer Dachsanierung. Bei einem EFH mit 130 Quadratmetern und Gasheizung entspricht das rund 300 Euro pro Jahr (Stand 07/2025). Quelle: Sparkasse und co2online.

Amortisation durch Förderung

8-15 Jahre

Mit BAFA-Förderung und Aufsparrendämmung amortisiert sich die energetische Dachsanierung in 8 bis 15 Jahren. Ohne Förderung dauert die Amortisation 25 bis 30 Jahre, bleibt aber innerhalb der Nutzungsdauer des Dachs. Quelle: enter.de und Energieheld.

Förderwege im Überblick

Bis zu 20 Prozent Zuschuss auf energetische Dacharbeiten

BAFA BEG-Einzelmaßnahmen und der Steuerbonus nach Paragraf 35c EStG decken unterschiedliche Fälle ab. Der Antrag muss vor Vertragsabschluss gestellt werden, sonst ist der Zuschuss weg.

BAFA BEG-Einzelmaßnahmen

15-20 % Zuschuss

15 Prozent Grundzuschuss plus 5 Prozentpunkte iSFP-Bonus auf energetische Einzelmaßnahmen. Bis 30.000 Euro pro Wohneinheit förderfähig, mit iSFP-Bonus bis 60.000 Euro. U-Wert maximal 0,14 W/(m²K), Energieeffizienz-Experte Pflicht.

KfW 261 Effizienzhaus

bis 45 % Tilgung

Kredit bis 150.000 Euro pro Wohneinheit mit Tilgungszuschuss von 5 bis 45 Prozent. Bei Effizienzhaus 40 EE entspricht das bis zu 67.500 Euro Erlass. Geeignet bei Komplettsanierung des gesamten Gebäudes zum Effizienzhaus-Standard mit EEE-Begleitung.

KfW-Ergänzungskredit 358 / 359

bis 120 k€

Zinsgünstiger Kredit als Ergänzung zur BAFA-Zuschussförderung, bis 120.000 Euro pro Wohneinheit. Deckt den Eigenanteil, der nach Abzug des BAFA-Zuschusses übrig bleibt. Mit BAFA BEG-EM und KfW 261 kombinierbar, nur für zvE unter 90.000 Euro.

Steuerbonus §35c EStG

bis 20 %

Alternative zur BAFA-Förderung: 20 Prozent der Kosten (maximal 40.000 Euro), verteilt auf drei Jahre. Kein Antrag vorab nötig, keine Kombination mit BAFA möglich. Greift zuverlässig, wenn der Förderantrag versäumt wurde oder kein EEE eingebunden war.

Detail-Seiten zu typischen Gebäudearten und Sanierungspaketen mit eigenen Kostenspannen, Modellrechnungen und Posten-Tabellen:

Häufige Fragen

Die acht häufigsten Fragen zu den Kosten

Die Fragen, die uns Eigentümer vor dem Vor-Ort-Termin am häufigsten stellen. Alle Kostenangaben beziehen sich auf NRW, Stand 2026.

Belastbare Zahlen für Ihre Dachsanierung

Sie schildern Baujahr, Dachform und bekannte Schäden. Wir kalkulieren ein Leistungsverzeichnis mit Basisleistung und Eventualpositionen, inklusive Förderpfad. Kein Pauschalangebot.